Warum Teambuilding im Hotel Marienhof und Moselebauer sowohl für Gäst:innen als auch für Mitarbeiter:innen eine wichtige Rolle spielt, erklärt Stefan Pirker, der das Haus seit 2020 leitet.

Stefan Pirker
© ZVG
Geschäftsführer des Marienhofs & Moselebauer
Herr Pirker, was verbindet Sie mit dem Hotel Marienhof?
Ich habe einen familiären Bezug zum Haus und war als Kind häufig dort. Als ich das Haus nach dem Konkurs wiederentdeckt habe, war mir klar, dass an einem so prestigeträchtigen Ort etwas passieren muss. Ich komme vom Hotel Moselebauer im Lavanttal. Dort bieten wir seit Jahren umfangreiche Teambuilding-Maßnahmen und Seminare an. Der Marienhof ist mit seinen Räumlichkeiten perfekt dafür geeignet, weswegen wir auch hier einen Fokus darauflegen – auch betriebsintern. In unserem Geschäft muss man schließlich wissen, wovon man spricht. Das heißt, wir leben Teambuilding selbst mit unserer Belegschaft – es ist Teil unserer Philosophie.
Wie setzen Sie das im Haus um?
Wenn man wie im Marienhof ein komplett neues Team zusammenwürfelt, geht das nicht ohne Teambuilding. Man braucht Raum, um sich kennenzulernen, die eigene Vision für das Haus zu vermitteln und zu erarbeiten, wie man diese umsetzen kann. Dafür haben wir auch recht unkonventionelle Wege eingeschlagen: Wir haben eine Band gegründet – die natürlich kläglich gescheitert ist –, sind gemeinsam laufen gegangen und haben viele Ausflüge gemacht. Generell steht der Spaß immer im Vordergrund. Das heißt, das Betriebliche wird meinerseits bewusst weggelassen, was häufig viel produktiver ist, weil die Mitarbeiter:innen im Gespräch ohnehin selbst wieder darauf zurückkommen. Sie brauchen ihren Freiraum, um Ideen entwickeln und umsetzen zu können – auch, wenn etwas schiefgeht. Nur wenn man Selbstwirksamkeit erlebbar macht, kommen Mitarbeiter:innen motiviert in die Arbeit. Wir arbeiten in einer Branche, in der sich schlechte Laune immer doppelt auf die Performance und die Gästezufriedenheit auswirkt. Ein grantiger Kellner ist ein grantiger Kellner. Das geht, wenn überhaupt, im Wiener Kaffeehaus durch.


Lassen sich Ihre Erfahrungen auch auf andere Unternehmen umlegen?
Es gibt drei Punkte, die gutes Teambuilding branchenunabhängig erfüllen muss: Spaß, zwischenmenschliche Kontakte und Wertschätzung. Aktuell habe ich den Eindruck, dass Wirtschaftslage und Weltgeschehen vielen Menschen den Schwung nehmen. Es ist wichtig, dass man einfach auch mal eine Gaudi hat. Teambuilding kann den Rahmen dafür schaffen. Das heißt nicht, dass man nur Party miteinander macht. Es muss natürlich auch Raum für Wissensvermittlung geben. Aus meiner Zeit in anderen Häusern weiß ich, dass Click-Through-Tutorials bei den Mitarbeiter:innen erfolgreich zum Abschalten führen. Man ist hingegen viel aufnahmefähiger, wenn es eine zwischenmenschliche Interaktion abseits von Online-Meetings und Telefonaten gibt. Gemeinsam wegzufahren macht das möglich: Man schafft einerseits Distanz zum Unternehmen und sorgt für Abwechslung, und kann andererseits Wertschätzung und Wissen vermitteln – vorausgesetzt die Qualität stimmt. Das beste Teambuilding passiert oft erst nach dem offiziellen Programm, wenn die Leute an der Bar miteinander ins Gespräch kommen. Ich spiele abends z. B. auch gerne in der Bar Klavier. Das ist immer lustig – auch für die Gäst:innen. Mit dem Marienhof haben wir eine tolle Location mit einem vielfältigen Programm. Erst unlängst habe ich eine Firmengruppe bei zapfigen Temperaturen knietief in der Schwarza stehen gesehen. Uns ist es wichtig, ein anregendes und erfrischendes Programm zu bieten – das muss natürlich nicht gleich Eisbaden sein.